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Chronik |
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Wenn abends die Heide träumt.... Nicht die Heide war es, die vor 25 Jahren träumte, sondern eine Gruppe von jungen Männern aus Essel, die ihre musikalischen Kenntnisse und Fähigkeiten ausbauen wollten. Bisher hatten sie sich im örtlichen Spielmannszug betätigt und über den Instrumentenumfang dieser Formation hinaus bis auf Gerd Söhnholz kaum weitere Erfahrungen. Am 1. September 1975 beschlossen Werner Bünger, Wolfgang Kracke, Jürgen Völker, Hermann Völker, Heinz Simat, Gerd und Joachim Söhnholz sowie Rolf Wille, sich zur "Musikgruppe Essel" zusammenzuschließen. Sehr genaue Vorstellungen von der musikalischen Zukunft hatte man noch nicht. Daher wurde in einer selbstverfassten Satzung festgelegt, dass die Musikrichtung gemeinsam von den aktiven Mitgliedern bestimmt werden sollte. Allerdings wollte man in erster Linie für volkstümliche Musik Blasinstrumente einsetzen, die man damals genauso wie auch andere Instrumente noch nicht hatte. Aus dem Nichts heraus ging man mit viel Schwung zur Sache. Erste Erkundungen nach sinnvollen Besetzungen brachten einen Überblick sowohl über die notwendigen Instrumente als auch, was viel wichtiger war, über die notwendigen Investitionen. Der Betrag war schockierend für die jungen Leute und hätte das junge Unternehmen fast wieder untergehen lassen bevor es richtig begonnen hatte. Dank der älteren Mitglieder und intensiver Kontakte zur örtlichen Sparkasse konnte dann doch der Start erfolgen. Mit den Instrumenten in den Händen wurden Ausbilder gesucht und gefunden, die den Wagemutigen die ersten Grundlagen beibrachten. Bis zum ersten Auftritt mit einem kleinen Repertoire vergingen aber viele Monate. Unverdrossen übte die kleine Schar nun, um ihren Instrumenten einen größeren Tonumfang und eine größere Trefferquote bei den Tönen zu entlocken. So manchmal gab es kleine Verzweiflungsmomente, wenn nicht das zu hören war, was man eigentlich wollte. Die Blasinstrumente bewiesen alle ihre Möglichkeiten, Abweichungen vom Ziel zu produzieren. Ja, ja...Tasten müßte man haben, wurde manchmal argumentiert, denn wenn man da die richtige trifft, so kommt wenigstens auch der richtige Ton. Dennoch muss der Fortschritt doch deutlich gewesen sein, denn die Gruppe wurde immer häufiger gebeten, für private und auch für öffentliche Anlässe zu spielen. In diesen ersten Jahren waren offenbar die musikalischen Anstrengungen so groß, dass zusätzliche Öffentlichkeitsarbeit entfiel: Wohl aus diesem Grund sucht man heute im Fotobestand der Mitglieder vergeblich nach Auftrittsbildern aus dieser Zeit. Die wenigen Unterlagen der ersten Jahre und die Rückschau der Gründungsmitglieder beweisen aber, dass neben der Zunahme der Einsätze auch das Repertoire deutlich in Umfang und Vielfalt wuchs. Zunächst hatte man bei Advents- und Weihnachtsfeiern sowie Geburtstagen und Vereinsfesten mit weihnachtlicher Musik und mit Volksliedern begonnen. Bald gesellten sich Titel aus der allgemeinen Unterhaltungsmusik und solche aus der Blaskapellenumgebung hinzu, wie sie auch bei Festumzügen häufig zu hören sind. Ermöglicht wurde die musikalische Ausweitung auch durch weitere Mitglieder, wobei sich auch die intensive Arbeit des Musiklehrers Horst Baum von der Schwarmstedter Wilhelm-Röpke-Schule bei der Nachwuchsausbildung segensreich bemerkbar machte. Als er 1984 zusammen mit Jürgen Sülflow vom Schwarmstedter Spielmannszug das erste Schwarmstedter Musikfest inszenierte, waren auch die Esseler Musiker dabei, die sich nun erstmals unter dem neuen Namen "Esseler Musikanten" präsentierten. Im Jahr darauf nahm die Gruppe selbstverständlich wieder am Musikfest teil und konnte als besonderen Höhepunkt im September in einer festlich geschmückten Scheune in Essel ihr 10jähriges Bestehen feiern. Als musikalische Gratulanten kamen dazu auch der Spielmannszug Essel und die Bläser der Wilhelm-Röpke-Schule Schwarmstedt. Die Jubiläumsfotos zu diesem Anlass zeigen - einschließlich Horst Baum - nun 10 Aktive, darunter immerhin noch sechs aus dem Gründerkreis von 1975. Seinerzeit trug man rot-weiß und spielte in einer Besetzung mit zwei Trompeten, vier Flügelhörnern, zwei Tenorhörnern, einem Bariton sowie dem Schlagzeug. Für die aus Anfangszeiten vorhandene Klarinette sowie für die Tuba waren keine Nachfolger für die erste Besetzung gefunden worden. Ein Spieler für den Tiefbass konnte aber kurz darauf gewonnen werden, so dass der Klangcharakter der "Esseler" nun auch das lange vermisste "Moos" enthielt, und auch die Klarinette kam wieder zum Einsatz dank einer interessierten jungen Esselerin. Mit den erweiterten Besetzungsmöglichkeiten wuchs auch der Raum, in dem die Gruppe um Auftritte gebeten wurde. Am Hodenhagener Brinkfest nahm man erstmals im Jahre 1988 teil und wurde seitdem alljährlicher Programmpunkt. Besonders erfreulich war für den Leiter, dass einige Stammbläser weitere Interessierte aus dem Bekanntenkreis oder der eigenen Familie mitbrachten, darunter auch solche, die bereits in anderen Formationen wie in Posaunenchören, Schulgruppen oder dem Blasorchester der Musikschule Walsrode Erfahrung gesammelt hatten. Beim vierten Schwarmstedter Musikfest 1989 waren dadurch sogar zwei Klarinetten und zwei Tuben besetzt. Ein Zeitungsbericht nennt 20 Aktive, darunter 5 Damen. Trotz unvermeidbarer Abgänge wurde auf diese Weise ein insgesamt kräftiges Wachstum erreicht. Am Pfingstmontag 1990 nutzte man daher das für das Schützenfest in Essel aufgebaute Zelt, um ein Jubiläumskonzert anlässlich des 15jährigen Bestehens zu veranstalten. Das Programm wurde erweitert durch Sänger und Sängerinnen aus Norddrebber und Gilten, mit denen wie auch zu den anderen musikalisch Aktiven der Nachbarorte seit langem beste Beziehungen bestanden. Im Jahr danach gab es eine äußerlich sichtbare Neuerung: die Esseler Musikanten wechselten vom rotkarierten Hemd auf ein weißes Trachtenhemd mit blaugrundiger Weste. Später führte dann beharrliches Drängen dazu, dass die Damen vom "männlichen Outfit" auf Trachtenrock und Bluse wechselten. Damit präsentiert sich die Gruppe optisch in einer Form, die sich musikalisch allerdings nur mit einem Teil ihres Programms deckt. Neben dem volkstümlichen Anteil, der inzwischen natürlich auch Spielgut der Egerländer und der Oberkrainer enthält, wird leidenschaftlich gern auch lateinamerikanisches Material aufgelegt. Dafür stehen im Rhythmusbereich inzwischen mehrere Akteure bereit, um neben dem Drumset auch die vielen speziellen Klangerzeuger für Rumba, Samba, ChaCha und mehr zu bedienen. Selbst bei Schützenfestumzügen wird neben den traditionellen Märschen verstärkt der Ruf nach Samba laut: ein bisschen Karneval von Rio in Niedersachsen. Mit viel Liebe geht man auch kleine Konzertarrangements an, wobei Tanztitel vergangener Zeiten ebenso dazugehören wie Potpourris aus Musicals. Regelmäßiges Üben ist die Grundlage für ein ansprechendes musikalisches Angebot. Ein abwechslungsreiches Repertoire kam so im Laufe der Jahre zusammen. Neben dem Erarbeiten des Einzelnen zu Haus oder in kleiner Gruppe, auch als "Satzprobe" bekannt, steht das gemeinsame Üben mindestens einmal in der Woche auf dem Programm. Hatte man neben Räumen in Privatwohnungen jahrelang das Feuerwehrhaus in Essel und zeitweilig auch das Sportheim dafür genutzt, so kann man seit der Fertigstellung des Schützenhauses dessen Annehmlichkeiten insbesondere während des Winters genießen. Die Esseler Musikanten reisen auch gern. Gelegenheit dazu ergibt sich einerseits durch Einladungen für Auftritte, andererseits pflegt man auch ohne Instrumente das ohnehin gute Verhältnis miteinander, indem Familienangehörige auf ein- oder mehrtägige Touren mit eingeladen werden. Die musikalischen Kurzreisen bewegen sich mehrheitlich im Altkreis Fallingbostel. Kurkonzerte in Fallingbostel und Dorfmark, der Backtag in Walsrode, das Brinkfest in Hodenhagen, Straßenfeste in Schwarmstedt und Essel sowie Schützen- und Erntefeste in Essel und den Gemeinden im Schwarmstedter und Walsroder Bereich bilden den Schwerpunkt. Ihre musikalische Visitenkarte konnte die Gruppe aber auch im größeren Raum einschließlich des Sauerlandes oder beim Rotweinfest in Ingelheim abgeben. Kontakt mit dem Rundfunk ergab sich 1997, als Schwarmstedt Etappenort für die NDR-Aktion "Der Norden fährt ab" war und das musikalische Rahmenprogramm neben der Goombay Dance Band auch die Esseler Musikanten enthielt. Angebote ausländischer Veranstalter sind häufig eingegangen; die beruflichen Verpflichtungen der meisten Aktiven ließen jedoch bisher Zusagen für derartige Reisen nicht zu. Dagegen sind aber auch Reisen ohne Instrumente angesagt, seien es nun die früher so beliebten Butterfahrten mit dem Schiff, Wanderungen im Harz , Radtouren in der näheren Umgebung oder Wochenendaufenthalte im Harz oder in anderen beliebten Gegenden. Alle diese Aktivitäten sind sicher auch ein Grund dafür, dass Mitglieder der Esseler Musikanten nur sehr selten und dann aus nicht vermeidbaren Ursachen ausscheiden und dass von den acht Gründern immer noch sechs aktiv dazugehören. Trotz einer großen Altersspanne von fast 60 Jahren zwischem dem jüngsten und dem ältesten Mitglied fühlen sich alle musikalisch alterslos. Private Rückkopplungen sind natürlich auch zu melden, denn im Laufe ihres Bestehens haben die Esseler Musikanten schon zwei Ehepaare aus eigenen Reihen hervorgebracht. Es ist auch kein Wunder, dass manche Familien bis zu drei Mitglieder stellen. Als Frank Wieters vor 14 Jahren seinen Bruder Ulrich in die Kapelle holte, gewann man damit einen Arrangeur und Komponisten dazu, dessen Titel nun zum festen Bestandteil des Programms gehören und der darüber hinaus neben seinem Stamminstrument auch vertretungsweise auf Schlagzeug oder Tuba wechselt, so wie auch Gerd Söhnholz zeitweilig andere Instrumente bedient, nachdem er zum Besetzungsausgleich ohnehin nach Jahren am Tenorhorn wieder zur Melodiestimme am Flügelhorn zurückgekehrt ist. Im Jahr 2000 fanden am 1. und 2. September zwei Jubiläumskonzerte aus Anlass des 25jährigen Bestehens der Gruppe statt. Die Esseler Musikanten möchten mit ihren Auftritten diejenigen Menschen ansprechen, die selbst gern Musik machen oder damit anfangen würden. Jede Verstärkung trägt dazu bei, den musikalischen Rahmen zu erweitern, noch flexibler zu werden und den unvermeidlichen Generationswechsel vorzubereiten, damit es auch nach weiteren Jahren noch heißen kann: Die Esseler Musikanten feiern ihr nächstes Jubiläum. Inzwischen soll die Freude am Musizieren für die Freunde der Gruppe weiterhin hörbar gemacht werden. Diese Chronik wurde anlässlich unseres 25-jährigen Bestehens im Jahre 2000 von unserem Mitglied Erhard Werner geschrieben. Danke, Erhard!
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